Yoga als Therapie für verletzte Knie

Kann aṣṭāṅgayoga (Ashtanga Yoga) eine geeignete Therapie für Knieproblemen sein?

Um die Knie gesund zu erhalten, ist es wichtig, die richtige Balance zwischen Ruhe und Bewegung zu finden. Bei jeder Beugung und Streckung wird die Knorpelschicht mit Nährstoffen aus der Gelenkflüssigkeit versorgt, und dadurch das Gelenk geschmiert. Bewegung ist also generell besser als Bewegungslosigkeit. Die Ashtanga-Sequenz ist ein wunderbares Trainingsprogramm für die Knie. Speziell in den Sonnengrüßen und den Standpositionen wird die komplette Hüft- und Beinmuskulatur gedehnt, zum anderen wird Muskeltonus aufgebaut.

Die Sequenz wird schrittweise erlernt, so kann sich der Schüler nach und nach die notwendige Gelenkigkeit erarbeiten. Barfuß trainieren ist ein hervorragendes Knietraining, ein nicht vorhandenes Fußgewölbe kann aufgebaut werden, der Stand wird stabiler. Die Regeln des Alignment bringt der Schüler dann auch in den Alltag, z. B. beim Autofahren.

Um selbst mit empfindlichen Knien erfolgreich Yoga zu trainieren gilt es einige Dinge zu beachten.

• Āsanas lösen, sobald die Knie wehtun.

• Fußgewölbe und Fußknöchel „aktivieren“, gesunde Kniearbeit beginnt bei den Füßen; wenn das Fußgewölbe einsinkt oder die Fußknöchel nach innen sinken, könnte das Knie ebenfalls nach innen knicken. Daraufhin ist der Stand instabil, eventuell setzen wir den „Stand Fuß“ (uttitha hasta pādānguṣṭhāsana) einwärts gedreht auf, um es auszugleichen.

• Regeln des „Alignment“ beachten: Zehen und Kniescheibe müssen immer in dieselbe Richtung zeigen. Dies ist bei dem hinteren Bein in āsanas wie trikoṅāsana gar nicht so leicht, die Hüften müssen gedehnt sein, sonst dreht nur der Fuß auswärts während das Knie einwärts gedreht bleibt. Diese ungünstige Verdrehung des Kniegelenks verursacht auf Dauer einen Knorpelschaden.

• Das Knie sollte immer über dem Fußgelenk ausgerichtet sein: z.B. bei dem vorderen Bein von vīrabhadrāsana darf der Fuß nicht vor oder hinter dem darüber liegenden Knie sein.

• Das Kniegelenk sollte niemals überstreckt sein. Beim Überstrecken des Knies wird die Muskulatur der Oberschenkelrückseite überdehnt und der Gelenkknorpel zu stark belastet. Wer hyperflexibel ist, sollte sich eine „Micro-Beugung“ angewöhnen. Vorsorge: Muskulatur der Beinrückseite anspannen, indem der Fußballennach unten gepresst wird, dadurch kontrahiert der Gastrocnemius.

• Größte Vorsicht bei āsanas mit „Lotus“ und auch mit „halbem Lotus“ walten lassen. Das Problem beginnt bei den Innen- und Außenbändern des Knies. Diese sind im gebeugten Zustand des Knies locker, was dazu führt, dass das Knie seinen natürlichen „Schutz“ verliert und sich seitlich beugen lässt. Wer nun Kraft anwendet und am Fuß zieht, kann „Lotus“ einlegen, obwohl die Hüften noch nicht die erforderliche Dehnung aufweisen. Dabei steigt dann der Druck auf den Innenmeniskus, während das Außenband gedehnt wird. Ein gelockertes Außenband führt wiederum auch im Stehen zu einer instabilen Beinachse und einem gesteigerten Druck auf den Innenmeniskus. Um das Problem zu lösen stehen die hüftöffnenden Vorübungen zur Verfügung. Diese erlauben den Schülern genau zu verstehen, wann die Hüften bereit sind, einen ersten „Lotus“ oder auch „halben Lotus“ einzulegen.

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